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Brotzeit in Ungarn
          
    
Auf dieser Seite zeigen wir überwiegend kalte Gerichte und Knabbereien, die man meistens auf die Schnelle zwischendurch verzehrt. Es sind z.T. vollwertige warme Gerichte. - Liptauer, Lángos, Pogatscha und diverse Aufschnittplatten sind ideale Vorbereitung auf die Verkostung von Ungarnwein direkt vor Ort in einem der vielen Weinkellern des Landes oder auf ein Erfrischungsgetränk, wie Spritzer (Schorle), Bier oder Ihr Lieblingslimo. Gänseleber gehört heute auch bei vielen christlichen Ungarn gelegentlich auf die Brotzeitplatte.
    
    
Brotzeitplatte / Fatányéros
          
Fatányéros Holzplatte Brotzeit - ungarische Holzplatte Brotzeit - Siebenbürger Holzplatte 
    
Die beste Brotzeitplatte, die wir in Ungarn je genossen haben, wird im Eszterházy Weinkeller in Szigliget am Balaton serviert, so wie am Bild oben links. Autofahrer trinken alkoholfreie Getränke dazu, weil in Ungarn auf allen Strassen Null Promille ohne Toleranz gilt. Die folkloristische, tänzerisch-musikalische Unterhaltung im Eszterházy Keller bleibt ein unvergessliches Erlebnis ein Leben lang. Für Gruppen wird eine Voranmeldung dringend empfohlen. Die anderen Bilder zeigen zwei Varianten von Fatányéros, so wie sie bei Ilona in Wien serviert werden. Am Bild in der Mitte ist eine kalte Fatányéros Aufschnittplatte und rechts davon eine warme Fatányéros Grillplatte auf Siebenbürger Art zu sehen. Klicke auf die Bilder!
  
Fatányéros - Brotzeitplatte In der Gastronomie wird Fatányéros (dt. Brotzeitplatte) für Kleingruppen von bis zu 3-4-Personen zusammen serviert. Man wird schneller satt, als man beim Anblick der Platte denkt.
  
Die eigens für Fatányéros (dt. Brotzeitplatte) handgemachten Holzplatten werden mit landestypischen, meistens hausgemachten Spezialitäten aufgefüllt, wie Schinken, Wurst, Gänseleber, Pastete, Käse, Gemüse, Früchte u.a.
Bäuerliche Holzplattenteller Warme Brotzeitplatte gibt es auch! In der bäuerlichen Küche beispielsweise so aus dem Backofen, wie am Bild links.
Besonders beliebt ist in Ungarn das Rindfleisch aus der Suppe, das man möglichst heiß mit Meerrettich, evtl. mit Senf und Brot verzehrt. In der Rindfleischsuppe wird immer viel Gemüse, bevorzugt Karotten und Petersilienwurzel mitgekocht, auch das gehört auf die warme Brotzeitplatte. Markknochen waren schon immer eine besondere Delikatesse. Dabei sind sie gesund und wirken kräftigend auf den geschwächten Körper. Das Rindermark schmiert man am besten auf geröstete Landbrotscheiben, nur in Restaurants soll es elegant sein, wenn man das pappige Toastbrot dazu bekommt. Auch schon deswegen schmeckt eine solche Platte am besten zu Hause, wo man all das direkt aus dem Topf heiß bekommt. In Ungarn ist das ein genauso beliebter Genuss mit Bier, wie Brotzeit in Bayern - es geht leider aus der Mode, weil die Restaurants wenig daran verdienen. Rindfleisch und Markknochen
    
    
Hausmachter Käse / Házi sajt
       
Dieses Grundrezept ist unser Geheimtippp aus sehr alten Kochbüchern mit dem Hinweis: Von diesem Rezept wollen die Kuhbauer und Käsehändler nicht hören, weil: Wer das Rezept einmal probiert, kauft nie wieder Käse.
  
Zutaten: 1 L Milch (mindestens 1,5%), 500 g Topfen (Quark, körniger Hüttenkäse), 100 g Butter, 1 Ei, 1 TL Natron oder 3 Tabletten Bullrich Salz (gibt es immer in jedem Haushalt in der Notfallpotheke).
 
Zubereitung: Milch mit Topfen gemischt einmal aufkochen und durch ein sehr feines Sieb abtropfen lassen. Die geschmolzene Butter unterrühren, das Ei und Natron untermischen. Aufkochen und bei geringer Wärme 10 Minuten köcheln lassen, dabei ständig rühren. In eine Königskuchenform füllen und auskühlen lassen. Je länger die Masse in der Form ist, umso härter wird der Käse. Am Folgetag ist er sogar geeignet für die Reibe.
  
Geeignete Würzmittel für diverse Geschmacksrichtungen:
 
  • Kräuter,
  • Schnittlauch,
  • Knoblauch,
  • Kümmel u.a.  
    
    
Liptauer / Liptai túró, Körözött
          
Der Liptauer oder Liptauerkäse ist ein Brotaufstrich, vergleichbar mit dem bayerischen Obatzter. Letzterer wird auch Obatzda, neulich immer öfter nur noch Obazda genannt, weil die meisten Zugereisten Wirtshausgäste mit dem Begriff Obatzter (Hochdeutsch: ein Batzen darauf) nichts anfangen können. Während zum Obazda die gärfaulende Schärfe von Camembertkäse im letzten Moment kurz vor dem Verderben mithilfe von Gewürzzutaten übertönt und somit abgemildert, bzw. gerettet wird, verwendet man im Liptauer immer nur frischen Schafskäse, wenn verfügbar Brindzakäse, einen pikanten Frischkäse aus Schafsmilch. Das Rezept für Obazda entstand in einem Wirtshaus in Bayern im Jahre 1920, so handelt es sich um die Abkupferung der Rezeptur für den Liptauerkäse, der damals in Österreich und Bayern schon lange gut bekannt war. Das sollte hier ein Hinweis auf die Missachtung der Gesundheit der Gäste in der bayerischen Gastronomie aufzeigen, wo auch noch die Verwässerung der Obazda mit billigem Bier oder Wein zugelassen ist für die Wirtschaft und nicht für die Gesundheit der Gäste.
  
Das Rezept für den Liptauer entstand in einer Zeit, als die Gegend noch bei Ungarn war, der Legende nach etwa im 13. Jahrhundert. Die Bezeichnung Liptau hat wenig mit der Region Liptau (heute Liptov in der Slowakei) zu tun, er kommt aus der Erkenntnis, dass der Hirtenkäse aus Schafsmilch zu diesem Gericht damals vorzugsweise aus der Gegend von Liptau, nahe zur heutigen polnischen Südgrenze bezogen wurde. Liptau liegt heute in der Slowakei und die nach eigener Identität strebenden Slowaken versuchen in Ermangelung dessen eine eigene Nationalspeise daraus zu erkoren und dabei nicht realisieren wollen, dass die Grundlage für den Liptauer der Brindzakäse eine Spezialität der Walachen ist, die in früheren Jahrhunderten in den Karpaten nomadisierend lebten, so auch in der Liptauer Gegend. Liptói túró
  
Laut EU-Richtlinien ist Brindza heute ein geschütztes Produkt in der Slowakei und auch in Polen und man staune: auch die nach eigener Identität strebenden Rumänen behaupten, der Brindzakäse, die Grundlage für den Liptauer sei ihre Erfindung in einer Zeit, als ein Teil des heutigen Rumäniens Walachei hieß und die meisten Walachen noch als in der Römerzeit romanisiertes Volk auf dem Balkan herumnomadisierten. So ist es kein Wunder, wenn Brindza schriftlich zuerst im 15. Jahrhundert bei Spalato, heute Split in Kroatien, genannt wird. Der Legende nach soll jedoch Brindza bei den Slowaken schon früher bekannt gewesen sein, als sie den Frischkäse von den in ihren Bergen herumziehenden Schafshirten aus der Walachei bezogen. (Merke: damals brauchte man noch keinen Reisepass für Grenzübertritt, keine Betriebserlaubnis und es gab keine Zollgrenzen, wie heute in der EU) Bei soviel Nationalismus sei auch genannt, dass Bryndza auch in Russland bekannt ist und sogar einen deutschen Namen hat: Brimsen. In Deutschland bietet die russische Lebensmittelkette MixMarkt Brimsen als "Bryndza Tscherkasska" an. Dieser Name bezieht sich auf die Stadt Tscherkassy, südöstlich von Kiew in der Ukraine. Es ist halt ein Frischkäse aus Schafsmilch und unterscheidet sich von dem griechischen Fetakäse lediglich darin, dass er nicht zusammengepresst, sondern streichfächig locker zubereitet wird.
 
Zutaten: 250 g Schafskäse Brimsen (Hirtenkäse), 250 g Butter, 1 Bund Schnittlauch sehr fein kleingehackt  oder 2 kleine rote Schalotten, 2 TL edelsüßer Paprika, 1 TL rosenscharfer Paprika, 2 Prise frisch gemahlener Kümmel (aus dem Mörser oder der Gewürzmühle), 1 TL Salz, 1 TL Pfefferpulver schwarz, 1/2 Bund Schnittlauch fein gehackt, 1/2 Handvoll Petersiliengrün sehr fein kleingehackt.
  
Zubereitung: Zuerst den Schafskäse mit einer Gabel fein zerbröckeln oder durch einen Sieb pressen, wenn man keinen körnigen Frischkäse aus Schafsmilch bekommt. Außer Petersiliengrün, Salz und Pffeffer alle Zutaten dazumischen und cremig rühren. Vom Paprikapulver soviel dazu mischen, bis die Masse eine orangene Farbe annimmt. Jetzt wird die cremige Masse nach eigenem Gutdünken mit Salz und Pfefferpulver abgeschmeckt und eine Nacht im Kühlschrank aufbewahrt oder morgens zubereitet und abends verzehrt.
  
Serviervorschlag: Eine Stunde vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank nehmen, bei Zimmertemperatur ist der Liptauer streichfähig und schmeckt am besten. Beim Servieren Petersiliengrün und/oder auch Schnittlauch darüber streuen. Dazu serviert man meistens ein Obstkompott, das den Durst löschen soll, der weniger von Paprika, vielmehr von Salz und Pfeffer her kommt...
   
Tipps für die eigene Hausküche:
  • Die Hälfte von Butter wird in ländlichen Gegenden, wenn vorhanden, durch ca. 100 ml Quark bzw. Topfen ersetzt. Davon soviel nehmen, dass die cremige Masse eine kremig schwerflüssige, gerade noch streichfähige Konsistenz hat.
  • Wer Schafskäse durch körnigen Frischkäse aus Kuhmilch oder eine Mischung halb und halb ersetzt, sollte ein TL Senf und/oder auch ein wenig geriebenen Meerrettich verwenden.
  • Butter kann durch Margarine ersetzt werden, dadurch ist der Liptauer auch aus dem Kühlschrank streichfähig, richtig duftend schmeckt er aber auch so nur bei Zimmertemperatur.
  • Im Originalrezept steht Schnittlauch, stattdessen setzt sich in Ungarn die lilarote Zwiebel durch, ebenso geeignet ist die Schalotte.
  • Wer Liptauer nicht zum ersten Male zubereitet, nimmt es nicht mehr so genau mit den Gewürzen, vor allem sollte man Paprika- und Pfefferpulver nach individuellem Bedarf verwenden, aber Kümmel gehört immer dazu. Wichtig ist die Streichfähigkeit.
  • Wer die Körner zwischen den Zähnen nicht mag, kann auch gemahlenen Kümmel verwenden, aber ungemahlen schmeckt der Kümmel intensiver.
  • Salz immer vorsichtig beimengen, denn der Schafskäse aus dem Supermarkt enthält bereits etwas Salz, oft ziemlich viel.
  • Pfeffer - Schafskäse gibt es stark unterschiedlich, von würzig bis neutral schmeckende. Dementsprechend benötigt er mehr oder weniger Pfefferpulver.
    
Hausmacher Weißbrot / Fehér kenyér
          
Das Weißbrot ist keine ungarische Erfindung, dafür aber das Alltagsbrot weiter Bevölkerungsmassen in Ungarn. Ob es am niedrigeren Preis liegt oder ungarische Speisen Weißbrot erfordern, wissen wir nicht. Vor allem die von Paprika scharfen Fischsuppe und Gulaschsuppe erfordern einen Brotkorb mit viel, möglichst dick geschnittenem Weißbrot am Tisch, auch wenn die Ungarn nicht laufend diese scharfen Suppen essen.
  
Backmethode - Die im folgenden Video vorgeführte neuzeitliche Backmethode steht lange in der Kritik sogenannter Gesundheitsgurus und man muss schon zugeben, in diesem Fall ist ihre Kritik berechtigt. Genauso wird das Brot für stetig wachsende Bevölkerungsmassen hergestellt, vor allem das Brot in den Backstuben der Supermärkte. Das Brot wird nicht mehr durchgebacken, der Backteig befindet sich während des Backens in einem Dampfbad. Die Backautomaten befeuchten lediglich die äußere Schicht, die durch Infrarotwärme angeröstet für kurze Zeit knusprig erscheint. Das ist aber nur die 1-2 mm dicke äußere Schicht, die bei den Schaubäckereien der Lebensmittelgeschäfte, ja sogar in immer mehr Bäckereiläden durch Zugabe von Duftstoffen den Geruch der alten Backstuben vortäuschen soll. Was unter dieser dünnen, tatsächlich gebackenen Kruste ist, wird lediglich nur soweit erhitzt, dass der Backteig nicht mehr als roh wahrgenommen wird. Die Knete mag sogar ideal für Zahnlose und Gebißträger sein, Brot ist das aber nicht und magenfreundlich ist es auf keinen Fall.

Die häusliche Zubereitung ist so einfach, wie im folgenden Video gezeigt wird und dabei weiß man noch, was man ohne geheimgehaltene Zutaten backt. - Zutaten und Zubereitung siehe unter dem Video:
     
 
Zutaten: 500 Weizenmehl, 1 Pckg. Trockenhefe, 1 TL Zucker, 2 TL Salz, 250 ml lauwarmes Wasser.
  
Zubereitung:
  • Alle Zutaten in einer Schüssel zusammenkneten.
  • 40 Minuten lang an einer warmen Stelle gehen lassen.
  • Kurz durchkneten.
  • Weitere 20 Minuten lang gehen lassen.
  • Währenddessen einen möglichst breiten, mit Wasser gefüllten Topf zur Dampferzeugung im Ofen auf den Boden stellen und den Backofen auf 200°C vorwärmen.
  • Teig auf Backblech legen, oben mehrfach einkerben, mit Wasser bepinseln und ca. 30-40 Minuten lang backen.
  • Aus dem Ofen genommen sofort mit Wasser bepinseln, damit das Brot nach der Auskühlung oben glänzt.
  • Wie aus dem Video zu erahnen ist, das warme Weißbrot klebt am Messer und läßt sich erst nach Auskühlung in Scheiben schneiden.
    
    
Hausmacher Kartoffelbrot / Krumplis kenyér
    
Zutaten: 1 kg Mehl, 300 g gekochte und zerstampfte Kartoffeln, 100 g Butter (muss nicht sein), 6 EL Zucker, 3 EL Salz, 3 Pkg. Trockenhefe. Wer experimentieren mag, kann die Kartoffeln durch 150 g Kartoffelflocken ersetzen.
 
Zubereitung - wie das Weißbrot:
  • Alle Zutaten in einer Schüssel zusammenkneten.
  • 40 Minuten lang an einer warmen Stelle gehen lassen.
  • Kurz durchkneten.
  • Weitere 20 Minuten lang gehen lassen.
  • Währenddessen einen möglichst breiten, mit Wasser gefüllten Topf zur Dampferzeugung im Ofen auf den Boden stellen und den Backofen auf 200°C vorwärmen.
  • Teig auf Backblech legen, oben mehrfach einkerben, mit Wasser bepinseln und ca. 30-40 Minuten lang backen.
  • Aus dem Ofen genommen sofort mit Wasser bepinseln, damit das Brot nach der Abkühlung keine Risse bekommt und oben glänzt.
  • Wie aus dem Video beim Weißbrot zu erahnen ist, das warme Weißbrot klebt am Messer und läßt sich erst nach Auskühlung in Scheiben schneiden.
    
    
Hefeteig Kipferl / Kifli
    
Zutaten: 500 g Mehl, 150 g Margarine (möglichst Sanella wegen Buttergeschmack), 3 Eier, 1 TL Salz, 1 Hefewürfel oder 1 Pkg. Trockenhefe, 75 ml lauwarmes Wasser oder Milch.
  
Zubereitung: Frischhefe im Wasser auflösen (das erübrigt sich bei Trockenhefe), die übrigen Zutaten dazugeben und zu einem geschmeidigen Teig kneten, dazu notfalls Mehl oder Wasser zugeben. 30 Minuten an warmer Stelle mit einem Tuch zugedeckt gehen lassen. Erneut kneten, notfalls Mehl dazugeben, damit der Teig geschmeidig, jedoch nicht allzu weich wird. Ausrollen, Dreiecke schneiden, diese einzeln aufrollen und kipferlförmig auf Backpapier oder direkt auf gefettetes Backblech verteilen - evtl. alle oder nur einige mit Salz und Kümmel bestreuen. Backofen auf 220 °C vorhezen. In 15-20 Minuten auf goldgelb backen. Die Kipferln entweder mit Wasser bepinseln oder die mit Salz und Kümmel mit Wasser besprühen, damit die Oberfläche nach dem Abkühlen keine risse bekommt und glänzt.
    
    
    
Bauernkrapfen, Ausgezogene / Lángos
          
Bauernkrapfen bzw. Lángos (sprich Langosch) gibt es grundsätzlich für zwei verschiedene Zwecke:
  1. Ursprünglich für das christliche Osterfest und ähnliche Feierlichkeiten erkoren: im Fett gebacken, mit Puderzucker bestreut, evtl. zusätzlich mit Obstbrei serviert als Dessert.
  2. Unterwegs, oft an Jahresmärkten: im Fett gebacken und ursprünglich mit Salz und Knoblauchtunke schmackhaft belegt. Heute wird der Langoch mit allen erdänklichen Lebensmitteln belegt.
Ist Langosch ungarisch? - Das bilden sich die Ungarn ein, denn das Wort ist ungarisch für Bauernkrapfen, bedeutet wortwörtlich übersetzt "flämmig", sinngemäß gemeint ist damit "heiß". Kein Ungar weiß, wie lange Bauernkrapfen in Ungarn schon Lángos heißt, sicher ist nur eins: nicht lange! Ihre Popularität unter den Ungarn erwuchs aus dem sozialistischen Elend etwa ab 1960, aber darauf gehen wir noch unten ein!
 
Lángos ist gleich mit Bauernkrapfen oder Ausgezogene in Bayern. Östlich davon von den Österreichern und Donauschwaben Bauernkrapfen genannt, sprechen die Banater Schwaben schon lange von Kreppel - mit Puderzucker oder Salz und Knoblauchtunke beschmiert. Das Wort Lángos fehlte lange Zeit in den Ungarisch-Deutschen Wörterbüchern, so unbekannt war Lángos unter den Ungarn. Das könnte ein Grund dafür sein, dass die wenig gereisten, meist wenig sprachkundigen Ungarn, die Langoschbuden betreiben und sich dabei einbilden, Langosch wäre eine ungarische Erfindung. Dabei müßten sie nur über die Landesgrenzen schauen. In allen Nachbarländern Ungarns kennt man Langosch so oder so genannt, nur in deutschsprachigen Ländern bezeichnet man sie nicht als flämmig oder heiß.
  
Im Schwabenland weit verbreitet ist der Bauernkrapfen als Küchle, aber wer weiß schon in Deutschland, dass dieser im Fett gebackener Hefeteigkuchen, den die Ungarn den Touristen so herzlich gern als ihre Nationalspeise "Lángos" zum Probieren aufschwätzen wollen, in der fränkischen Schweiz bereits im Mittelalter und nach wie vor Bauernkrapfen, Auszogene und im Schwabenland Küchle oder Knieküchle hieß? Ja sogar von Bayern bis ins Burgenland und weiter bei den Donauschwaben bis in den Banat gut bekannt als Bauernkrapfen oder Kreppel, an Feiertagen zuhause mit Puderzucker aufgetischt wird als Dessert oder an Jahrmärkten mit einer Knoblauchtunke beschmiert und kräftig gesalzen als ein Happen zwischendurch unterwegs. - Knieküchle hat viele Namen: Kiachle, Küchle, Knieküchle, Nürnberger Krapfen, Schmalzgebäck. Von der Art der Bearbeitung her kommt eine weitere Bezeichnung als Kiachle dazu.
  
Die wenigsten haben davon je gehört, aber südlich von Rosenheim oben im Wendelsteingebirge kennen die Kuhbauer Kiachle (sprich: Kiachä). Die Zutaten und das Rezept zum Kiachle sind mit "Lángos pur" (siehe weiter unten) absolut identisch. Bei den Kuhbauern kommt es in erster Linie auf die Verwendung ihrer Milchprodukte, Milch und Quark an. Kiachle wird, im Gegensatz zum Langosch pur im Ofen in handtellergroßen Stücken gebacken und als Fladenbrot z.b. zur Gemüsesuppe verzehrt. Die Bezeichnung Kiachle stammt wahrscheinlich aus der alten indogermanischen Heimat im heutigen Länderdreieck Indien, Pakistan und Afghanistan, wo er heute genauso bekannt ist, wie bei den Kuhbauern im Wendelsteingebiet. Sprachwissenschaftler fanden heraus, dass Kiachle heute im Pakistan einen dialektartig mit Kiachä vergleichbar ausgesprochene Bezeichnung hat. Der Ursprung von Kiachle wird daher in der alten indogermanischen Heimat der Oberbayern vermutet.
   
Das folgende Demonstrationsvideo zeigt die Zubereitung des bayerischen Bauernkrapfens in der Form, die als Ausgezogene bezeichnet wird. Ein Fehler im folgenden Video ist die Behaptung, dass die Ausgezogene früher von Frauen auf der Strumpfhose geknetet war. In der Tat waren es die Männer, die den Hefeteig übers Knie auf der Lederhose formten - bereits im Mittelalter und so entstand Knieküchle als weitere Bezeichnung für den Bauernkrapfen, der hier als Ausgezogene vorgestellt wird:
  
    
Dass man die Ausgezogene auch ohne Lederhose kneten kann, beweist der Siegeszug dieser fränkischen Landesspezialität in Ungarn, wo Lángos ein reines Frauenprodukt ist, wie heute in Bayern die Ausgezogene. Die Produktion und Bedienung mit Langosch an einem ländlichen Jahrmarkt in Ungarn zeigen die folgenden Bilder:
  
Lángos aus der KirmesbäckereiLángos aus der KirmesbäckereiLángos aus der Kirmesbäckerei
Kirmesbäckerei in Ungarn - Bilderquelle: Pittis Homepage 
    
Wie sehr sich die weniger gebildeten Ungarn auf dem Holzweg befinden mit ihrer Behauptung, Lángos wäre eine ungarische Erfindung, zeigt das Frybread bei den Navajo Indianern, das in südlicheren Gegenden Navajo Taco genannt sich in nichts vom Langosch bzw. unserem Bauernkrapfen unterscheidet. Vielleicht, dass die Indianer statt Hefe Backpulver zum Hochgehen des Brotteiges verwenden. Ihr Backpulver treibt sogar stärker, als unsere Hefe. Alle Indianerstämme in Nordamerika haben ihre eigenartige Beläge für das Frybread. Die nördlich und nordwestlich lebenden Stämme bezeichnen ihr Frybread als Bannock, das gebraten oder an Festtagen gebacken wird und wie der Bauernkrapfen zum Feiern mit Puderzucker bestreut wird. Fry bread - Bauernkrapfen - Hungarian Lángos
    
Andere Indianer braten im Fett Bannock und das ist noch immer genauso wie der Bauernkrapfen. Für den Backofen wird der gleiche Teig von Frybread etwas dicker ausgerollt. Das so gebackene Brot bezeichet man im Übersee als Bannockbrot, kurz Bannock. Dünner ausgerollt, ohne Fett in der Pfanne braten die Mexikaner ihre Tortillas aus dem gleichen Teig. Tacos sind ohne Tortillas undenkbar. Tortillas und Tacos waren bei den Vorfahren der mexikanischen Mayas schon vor rd. 10.000 Jahren bekannt, d.h. rd. 6.400 Jahre vor der Biblischen Schöpfung.
  
Der Bauernkrapfen ist in Asien von Sibirien über die Mongolei bis zur Südspitze des indischen Subkontinents genauso bekannt, wie in Bayern, hat jedoch unzählige, in der jeweiligen Sprache erkorene Namen. Spätestens seit dem "long walk" (dt. Langer Marsch) der Navajo Indianer im Jahre 1864 ist das Frybread ein Begriff in Nordamerika. Die Umstände, wie das Rezept unter erbärmlichen Umständen entstand, erklärt der Koch (mit falscher Jahresangabe) im folgenden Demonstrationsvideo:
  
 
Wer meint, Bauernkrapfen wäre anders, als die im folgenden Video vorgeführten zwei Verzehrarianten von Navajo Frybread (als Unterlage zum Belegen oder süße Dessertvariante), hat noch immer nicht kapiert, wie die Küche von Haus zu Haus unterschiedlich sein kann und dabei international ist, sollte die Zubereitung in der heute hochentwickelte Küche der nordamerikanischen Indianer betrachten und etwas daraus lernen:
  
    
Die heutige Popularität unter den Ungarn verdankt Lángos einer Armutszeitperiode nach der anderen. Etwa ab 1957 schossen die Lángosbuden aus dem Boden um den Plattensee herum, als Lángos nur unter den wenigen, nicht vertriebenen Donauschwaben bekannt, aber unter den Ungarn so gut wie unbekannt war. Der bayerische Auszogene bzw. Ausgezogene war damals etwa von Mitte Bayern bis nach Wien als Bauernkrapfen und weiter östlich bis im Banat bei den Donauschwaben als Kreppel bekannt. Deutsch zu sprechen in der Öffentlichkeit war damals für manche gefährlich, bestimmte andere wurden dafür belohnt. So breitete sich das ungarische Wort Langosch für den Bauernkrapfen in Ungarn aus. Durch Langosch ergab sich für manche die einzige Gelegenheit, etwas mehr zur kargen Lebensunterhalt zusätzlich zu verdienen. Die einfache Arbeit bei der Herstellung aus billigsten Zutaten ist eine ansehnliche Schau der Imbissbuden, etwas umständlich jedoch für Laien und AnfängerInnen in der eigenen Küche.
  
Im Folge trug ein Tourismusboom aus den Ostblockländern zur Popularisierung von Lángos bei. Ein Armutszeugnis lieferten die meist jungen DDR-Rucksacktouristen (mit Konservendosen im Pack) am Balaton etwa ab 1960. Sie verfügten bekanntlich über eine geringe, stark regulierte Menge an Fremdwährung für die Auslandsreise und nur das wenigste davon konnten sie für die Ernährung in Ungarn ausgeben, damit genug Geld für die in der DDR begehrten, aber dort wegen Devisenmangel nicht erhältlichen Jeanshosen aus dem Westen übrigblieb. Oft nahm man Opa und Oma im Zug bis Prag mit, sie fuhren zurück, aber die Devisen der Großeltern gaben die Jugendlichen in Ungarn aus. Der Kleidermarkt von Siófok am Balaton war das Geheimziel, dort kannte man alle Wünsche der Ostdeutschen. Die Jeans mussten unbedingt von der Marke Wrangler oder Levy Strauss sein, das verlangte damals der Modetrend. - Wie die Zeiten sich ändern? Wer kenn diese Marken heute noch?
 
Die Zeit während der nächsten Armutsperiode nach der sog. politischen Wende ab 1989 haben viele mithilfe von Langosch u.ä. überlebt, als eine Regierung nach der anderen Ungarn in die Schuldenfalle der IWF trieb. Infolgedessen versuchten viele auszuwandern, der EU-Beitritt im Jahre 2004 beschleunigte diese Entwicklung. Die aktuelle Orbánregierung (ab 2010) verjagte die Kreditgeber aus dem Land und Dank dessen stellt sich eine Konsolidierung der ungarischen Wirtschaft ein, allerdings sehr langsam. Noch immer wandern viele aus, darunter auch viele chancenlose Kriminelle aus. Aktuell leben rd. 800.000 Ungarn im Ausland, überwiegend in EU-Ländern, rd. 300.000 in Deutschland (Stand 2017). Nach Expertenschätzung werden höchstens die Hälfte nach Ungarn zurückkehren, auch wenn Brexit oder sogar der Zerfall der EU eintreten sollte. Viele von ihnen versuchen noch immer eine riskante Existenzgründung mit fahrenden Lángoschbuden.
  
Lángos - Fladen   
  
Fazit:
Die geschilderte historische Entwicklung von Langosch dauert unter den Ungarn nun schon rd. 60 Jahre an. Anfänglich unter Ungarn kaum bekannt, heute ist Langosch ein vollständiges Fingerfood-Gericht à la Pizza, Gyrosbrötchen, Döner oder Taco geworden, das heute in Ungarn alle kennen.
  
   

Wie nah zueinander verwandt diese Imbissprodukte aus Hefeteig sind, zeigen wir im folgenden Vergleich:
  
   
Nahverwandte Grundrezepte im Vergleich
8 LANGOSCH PIZZA 8 PITAS 16 Tortillas
500 g Mehl 450 g Mehl 550 g Mehl 250 g Mehl
1 Pkg Hefe oder Trockenhefe 1 Pkg Trockenhefe 1 Pkg Trockenhefe 1/2 Pkg Backpulver
1/2 TL Salz 3/4 TL Salz 1 TL Salz 1 TL Salz
100 ml Sauerrahm 1 EL Speiseöl 5 TL Speiseöl 5 EL Speiseöl
250 ml Milch 240 ml Warmwasser 240 ml Warmwasser 240 ml Warmwasser
1 TL Zucker 2 TL Zucker 1 TL Zucker  
  
Die Milchprodukte im Langosch-Hefeteig erklärt der Fachmann so: Der Teig für Langosch bleibt durch die Zugabe der Milchprodukte bis zu 5 Tage lang frisch erhalten im Kühlschrank. So muss man nicht alles gleich verbrauchen, täglich frische Einzelportionen sind möglich. Sollte alles gleich verbraucht werden oder bei Milchallergie kann man die Zutaten für Pizza auch für Langosch verwenden. Der Langoschteig geht höher, wird luftiger und erscheint leichter. So kann der Teig besonders knusprig gebacken werden. Das gilt für zuhause. Eine solche Lagerung von Milcherzeugnissen ist jedoch in der EU-Gastronomie verboten.
  
Bei den ersten drei Fläden ist das Gehenlassen wichtig, bei Pizza mindestens zweimal, Pita sogar dreimal. Tortillas kann man auch ohne Wartezeit kneten, ausrollen und backen. Langosch und die Pizza Variante Calzone werden in der Pfanne in heißem Öl gebraten. Calzone ist die vornehmere Variante von Langosch und kann mit allen Zutaten gefüllt werden, die in Ungarn auf Langosch geschmiert werden. Pizza Calzone wird hier und da auch im Ofen gebacken und dann meistens mit Ketchup oder einer Sauce übergossen, damit man sie überhaupt runterschlucken kann. Pizza und Pita werden im Ofen gebacken. Die Tortillas für Taco backt man traditionell ohne Fett in der Pfanne. Der höhere Anteil an Öl im Teig sorgt dafür, dass die Tortillas nicht anheften. Sogenannte Gourmetköche produzieren besonders dünn ausgerollte Minitortillas für unverschämt teuer angebotene Einzelhäppchen, die im Öl in der Pfanne ähnlich knusprig gebraten werden, wie Kartoffelchips.
     
Es gibt grundsätzlich drei fladenförmige Lángos-Varianten:
  • Lángos pur - mit den Zutaten vom obigen Grundrezept, identisch mit Knieküchle von Bayern bis Wien und noch weiter in Ungarn und Banat bei den Donauschwaben.
    Zubereitung: Hefeteig aus den o.g. Zutaten kneten, halbe Stunde lang ruhen bzw. gehenlassen. Erneut kurz kneten, einzelne Fladen formen und in einer Pfanne oder Topf mit Raps- oder Sonnenblumenöl bei 175°C frittieren oder in einem Backofen überbacken. - Früher frittierte man im Schmalz.
    Zubereitung einer Knoblauchtunke: Einige Knoblauchzehen fein hacken, in einem Glas mit kochendem Wasser überschwemmen, über Nacht an einer kühlen Stelle ziehen lassen.
    Serviertipp 1: Lángos aus dem Backofen oder der Bratpfanne werden mit Puderzucker bestreut verzehrt, wie Knieküchle im Schwabenland und schmecken genauso, wie die Krapfen bzw. Berliner Pfannkuchen, die in Ungarn Fánk genannt werden.
    Serviertipp 2: Lángos werden typisch ungarisch, wenn man sie mit einer Knoblauchtunke bepinselt und kräftig salzt - möglichst mit Steinsalz.
    Vermerk: Lángos mit einer Knoblauchtunke ist wenig lukrativ für die geschäftshungrigen Budenbetreiber, die in letzter Zeit massenhaft in die westliche Länder schwemmen. Sie sind bei uns die ärmsten unter den Zugereisten und so wird die Knoblauchtunke selten/ungerne angeboten. - Das Backen von Lángos erfordert teure Ausrüstung, sprich Backofen, den die meisten Budenbetreiber sich nicht leisten können oder wollen für die wenigen Jahrmärkte und die gebackenen Lángos geraten daher allmählich in Vergessenheit. Den Lángosbudenbetreibern ist die Originalversion mit Puderzucker oder Knoblauchtunke wenig lukrativ, so versuchen sie den Jahrmarktbesuchern allerlei, vermeidlich terure Beläge aufzuschwätzen.
      
  • Kartoffel-Lángos - 1/3 vom Mehl im Grundrezept wird durch Kartoffelbrei ersetzt.
    Zubereitung: Man mische (in etwa 1 zu 3 Verhältnis) 125 g Kartoffelbrei zu 375 g Weizenmehl. Statt Kartoffelbrei wird oft Kartoffelmehl zugemischt, geknetet, nach einer halbstündigen Gehzeit erneut kurz geknetet. Daraus werden einzelne Fladen geformt und frittiert oder gebacken. Frittiert wird in einer Pfanne oder Topf mit Raps- oder Sonnenblumenöl bei 175°C.
    Zubereitung der Knoblauchtunke: Einige Knoblauchzehen fein hacken, in einem Glas mit kochendem Wasser überschwemmen, über Nacht an einer kühlen Stelle ziehen lassen.
    Servieren: Vor dem Verzehr wird auch die frittierte Lángos-Variante mit einer Knoblauchtunke bestrichen und kräftig gesalzen. Lángos aus dem Backofen wird mit Puderzucker bestreut serviert.
    Vermerk: Auch hier gilt der vorherige Vermerk: Den Lángosbudenbetreibern ist die Originalversion wenig lukrativ, den Jahrmarktbesuchern versuchen sie allerlei, vermeidlich terure Beläge aufzuschwätzen.
Im folgenden Video zeigt ein Fachmann die häusliche Zubereitung von Kartoffel-Lángos. Seine englische Erklärung entspricht unserer Beschreibung der Zubereitung.
  
    
 
  • Kraut-Lángos - 1/3 vom Mehl im Grundrezept wird durch geraspelt kandierten Weißkohl ersetzt.
    Zubereitung: Weißkohl  zerreiben und in einer Pfanne im heißen Öl glasig werden lassen, mit wenig Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Von dem kandierten Weißkohl wird (in etwa 1 zu 3 Verhältnis) 125 g zu 375 g Weizenmehl gemischt und zum Teig geknetet. Nach einer halbstündigen Gehzeit erneut kurz kneten, in einzelne Fladen formen und im Backofen überbacken, evtl. frittieren, dann aber das Öl gründlich abtupfen.
    Servieren: Vor dem Verzehr mit Puderzucker bestreuen. Diese Variante schmeckt nur so, knusprig fein, ideal zum Kaffeekranz.
    Vermerk: Diese Lángos-Variante ist besonders arbeitsintensiv, lässt sich mit teuren Zutaten nicht belegen, ist daher am wenigsten lukrativ für die geldgierigen Lángosbuden und wird daher an den Jahrmärkten nicht mehr angeboten. Die Jugend kennt diese Variante nicht mehr, dabei ist Kraut-Lángos das Beste für Feinschmecker. Der Arbeitsaufwand lohnt sich daher in der eigenen Küche, wo man dafür mit einer herrlichen Köstlichkeit belohnt wird - ein Traum für Feinschmecker.
       
ÜBRIGENS: Unzählige schmierige Beläge mit Ungarn-, Puszta- und Paprikaslogans werden sogar am Münchner Oktoberfest angeboten, ohne dass da für die Hygiene gesorgt wird. - Die wenigsten vertragen scharfe Paprikakreme mit Sauerrahm auf fetter Langoschunterlage. An Marktbuden gilt: je mehr Schmierstoff, umso höher ist der Preis. Bei Notdurft sollen die Betroffenen selbst um ihre Sorgen kümmern und bis zu einer halben Stunde Schlange stehen vor fernen Toilettenhäuschen! - Damit rechneten die Damen offensichtlich noch nicht, als man ihnen die Langosch mit so vielen Schmieren für das folgende Werbevideo in die Hand drückte und gleich nach den ersten 2-3 Bissen über ihren Langosch-Eindruck konsultierte:
  
    
     
ÜBRIGENS: Ganz neu im Internet, sonst weitgehend unbekannt sind auch in Ungarn die gefüllten Langosch. Wer den Unterschied (Füllung) zur frittierten Calzone im folgenden Video erkennt, verdient schon Anerkennung. Pizza Calzone wird bekanntlich mit Schinkenstiften und viel geriebenen Emmentaler Käse gefüllt und so frittiert. Schinken und Käse sind aber nicht besonders bibeltreu und gewinnbringend auch nicht, so werden hier eine Reihe von Füllungen mündlich empfohlen, die man in Marktbuden für Preise anbieten kann, wofür man auch in Restaurant mit entsprechenden Räumlichkeiten gehen könnte. - Wer einmal Langosch selbst gemacht hat, dem reichen die ersten 15 Sekunden im folgenden Video. Wer die marktschreier Stimme des Miele Werbetrommlers im folgenden Video nicht mag, kann den Ton abdrehen.
  
    
     
FAZIT: Die heimische Zubereitung von Lángos ist sehr einfach, mundgerecht und kostengünstig. Wer einmal Pizzateig geknetet hat, kann daraus auch Lángos braten oder backen. Eine Portion bzw. einen Fladen etwas üppiger belegt bekommt man an Jahrmärkten für 3-5 Euro. Für den gleichen Preis kann man zuhause bis zu 20 Gäste bewirten und man vermeidet das Risiko der Jahrmärkte, wo man nach der Redensart "nach uns die Sinnflut" bedient wird. Zuhause kann man die feinsten Lángos-Varianten servieren, die man an Jahrmärkten nicht mehr bekommt - von wegen Geldgier und Ausnutzung einer armen Schicht, die sich einen Restaurantbesuch nicht oder nur selten leisten kann!
  
    
     
Pogatscha / Pogácsa
      
Focaccia Über die Herkunft des uralten ungarischen Wortes Pogácsa (sprich Pogatscha) streten sich schon lange die Gelehrten. Sprachwissenschaftler vermuten den Ursprung im italienischen Küchengebäck Focaccia (Bild links), das ähnlich ausgesprochen wird und ein sehr ähnliches Rezept hat. Pogatscha ist auch in Österreich gut bekannt, nur in Deutschland wird  der Happen zwischendurch mit einem "e" als Pogatsche geschrieben. In Norddeutschland kennt man ähnliche Schmalzgebäcke. In englischsprachigen Ländern ist Pogatscha ein Muffin.
Blätterteig Pogatscha mit Kraut Pogatscha ist ein fettreicher Hefeteigkuchen, wird wie Blätterteig gebacken und gilt als Leckerbissen zwischendurch. Sie stehen als Lockmittel in vielen Lokalen griffbereit wie Chips oder Salzstange bei uns, gelegentlich auch zuhause und dienen als Basis für ein Getränk, ferner für einen dicken Bauch, wenn man den eigenen Maß nicht beachtet. Die häufigsten Zutaten-Varianten im Teig sind Kartoffel, Kraut oder Grammel, nur der Käse wird darüber gestreut und so gebacken.
      
Alle Pogatschas werden von den Donauschwaben als Gulätschle bezeichnet.
  
    
    
3 vergleichbare Arten von FOCACCIAS und POGATSCHAS gibt es
Focaccia Pogatscha
Focaccia alla olive - mit Olivenöl, üblicherweise mit wenig Olivenöl und luftig-leicht, oft mit Kräutern belegt. Pogácsa - mit Schmalz im Hefeteig. - Für die dritte Zähne Generation wird das Schmalz weitgehend weggelassen, damit der Teig luftig leicht hochgeht. Der Hefeteig wird gelegentlich mit Kartoffelbrei angereichert und dann spricht der Ungar von "krumplis pogácsa" bzw. Kartoffelpogatscha. Auch die Krautpogatschas gehören zu dieser Variante, solange sie nicht mit Grammeln angereichert werden.
  
Focaccia al formaggio - mit Käse bestreut Sajtos pogácsa - Pogatscha wie oben, mit Käse bestreut.
 
Focaccia alle cipolle - mit Zwiebeln, oft auch mit fetteren Schinkenstreifen u.ä. belegt. Töpörtyűs pogácsa - mit Grammeln.  Grammel-pogatschas haben einen eventuell österreichischen Ursprung aus der K. und K. Ära, wie viele andere Gerichte mit Grammeln, vor allem Topfen- und Krautfleckerln.
  
Wann das Hefeteigrezept von Focaccia nach Ungarn kam, das weiß heute niemand, aber die gleichen drei, miteinander gut vergleichbaren Arten von Focaccia und Pogácsa existieren heute in Italien und Ungarn. Ein wesentlicher Unterschied im Rezept ist das Olivenöl in Italien und stattdessen das Schmalz in Ungarn. Weniger ausschlaggebend für den Geschmack, eher für das Aussehen wichtig ist der Unterschied, indem die Italiener ihre Focaccia als Fladen betrachten, etwa 1 bis 3 cm hoch und etwa tellergroß, rund oder oval backen. Beim Pogácsa denkt in Ungarn niemand an einen Fladen, weil das Wort Pogácsa keine ungarische Bedeutung hat. Die Ungarn denken, die Höhe soll möglichst hoch sein, am besten 4-5 cm hoch und rund mit etwa gleich großem Durchmesser, wie die Höhe ist - so wie am gesamten Balkan und in Österreich. Wegen der Form ist ein weiterer Unterschied festzustellen: Focaccias werden mit den Zutaten oben belegt, wie Pizza oder auch die elsässischen Flammkuchen. Die namensgebenden Zutaten befinden sich in Ungarn - mit Ausnahme der Käsepogatschas - in den Pogatschas.
    
    
    
Kartoffelpogatscha / Krumplis pogácsa
      
Während andere Pogatschas aus Hefeteig schichtweise wie Blätterteig gebacken werden, die Kartoffelpogatschas rollt man vor dem Ausstechen nur einmal aus, weil sie nicht so hoch aufgehen.
  
Wir haben lange nach diesem Rezept geforscht und festgestellt, der Teig für Kartoffelpogatschas waren ohne Hefe in allen Kochbüchern bis vor der letzten Jahrhundertwende, erst seitdem wird offensichtlich voneinander abgekupfert aus Hefeteig gebacken. Das kann jedermann nach den weiteren Rezepten nachmachen, wir zeigen hier ein altes Rezept aus Omas Notizen.
  
 
Kartoffelpogatscha Zutaten: 1 kg mehlig kochende Kartoffeln, 500 g Mehl, 200 g Schmalz, 1 geh. EL Salz.
     
Zubereitung: Kartoffeln in Salzwasser weichkochen und noch warm durch eine Kartoffelpresse drücken. Auf einem Küchenbrett alle Zutaten durchkneten und ca. 1 Stunde lang in den Kühlschrank stellen. Daumendick ausrollen, mehrfach zusammenfalten und nochmals 1 Stunde lang auskühlen lassen im Kühlschrank. Daumendick ausrollen und die Oberfläche karoförmig einritzen mit einem Kuchenstecher. 4-5 cm breite Krapfen aus dem Teig ausstechen und direkt auf einem bemehlten Backblech oder Backpapier verteilen. Ca. 30 Minuten ruhen lassen. Mit verquirltem Ei bestreichen und bei 180°C ca. 15 Minuten goldgelb backen.
    
    
    
Grammelnpogatscha / Töpörtyűs pogácsa
      
Grammeln werden zubereitet, indem man den fettesten Rückenspeck in bis zu 2 cm große Würfeln oder ebenso lange Stifte schneidet und diese bei eher niedrigen Temperaturen langsam ausschwitzen läßt. Dabei wird auch Schmalz gewonnen. Mit 1-2 EL Wasser am noch kalten Topfboden vermeidet man einen verbrannten Nebengeschmack im Schmalz und in den Grammeln.
  
Ob Schmalz pur oder neulich mit Butter gemischt, bloß kein Speiseöl, wird in Spitzenküchen verwendet aus zweierlei Gründen. Vor allem die mittel- und nordeuropäischen Küchenrezepte entstanden in vielen Jahrhunderten und sind geschmacklich auf Schmalz abgestimmt. Ja sogar das Wiener Schnitzel, ursprünglich aus Mailand wurde ursprünglich im Schmalz, heute hier und da in Butterschmalz gebraten, aber niemals in Olivenöl, weil das nicht zusammen passt. Viele vertragen keine Speiseöle, Schmalz ist magenfreundlicher und wird in unserem Körper schneller abgebaut. 
Grammeln kochen
Grammelnpogatscha Zutaten für den Teig: 450 g Mehl, 350 g sehr fein gehackte Grammeln oder Griebenfett, 1 Hefewürfel, 0,1 l Milch zum Auflösen der Hefe, 1 Ei, 100 ml Sauerrahm, 1,5 TL Salz, Pfeffer.
  
  
Zutaten für den Belag: 50 g geriebener Emmentaler Käse und 1 Eigelb zum Bestreichen.
Grammelnpogatscha Teigkneten Zubereitung:  Die Hefe in lauwarmer Milch glattrühren. Alle Zutaten zu einem Teig kneten.
  
Dünn auswalken und wie Blätterteig zusammenschlagen. 2-3 mal wiederholen, dazwischen je 1,5 Stunde ruhen lassen. Man kann noch vor dem Zusammenschlagen den Teig mit Fett bestreichen wie beim Blätterteig, aber dann wird es noch gehaltsvoller. Dann an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen.
Grammelnpogatscha ausrollen Den Teig 1-2 Fingerdick ausrollen, auf ein gut gefettetes Blech oder Backpapier legen, die Oberfläche der Pogatschen mit einem scharfen Messer karoförmig einritzen. Ca. 30 Minuten lang mit einem Küchentuch bedeckt ruhen lassen.


Pogatscha mit Eidotter bepinseln Mit einer runden Form kleine Krapfen von 4-5 cm Durchmesser ausstechen. Auf Backpapier auf Backblech verteilen, mit verquirltem Eigelb bestreichen, mit Käse bestreuen. Nochmal 15-20 Minuten gehen lasssen.
  
Backzeit ist abhängig vom Ofen, Fettanteil im Teig und Krapfengröße. - Bei 180°C in 15-30 Minuten goldgelb backen
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Krautpogatscha / Káposztás pogácsa
      
Krautpogatscha wird aus dem fetten Hefeteig gemacht. Mit wenig Schmalz werden die Gebäcke luftig und leicht. Krautpogatschas werden häufig mit Grammeln angereichert und so zeigen wir hier ein Rezept für Grammelpogatscha mit Kraut:
 
 
Zutaten: 300 g Gänsegrammel, 400 g Mehl, 40 g Hefe, 1 kleiner Kopf Weißkohl, 2 Eier, 1 EL Schmalz, Salz, Pfeffer und 1 Eidotter zum Bestreichen.
  
      
Zubereitung: Weißkohl kleinschneiden, salzen, pfeffern und auf Schmalz dünsten. Gänsegrammel durch den Fleischwolf drehen und mit den anderen Zutaten gut durchkneten. Auf 2 Fingerdicke ausrollen, mit einem runden Form von 4-5 cm Durchmesser ausstechen und auf ein gut gefettetes Backblech oder Backpapier legen, die Oberfläche karoförmig einritzen und 30 Minuten ruhen lassen. Mit verquirltem Ei bestreichen und bei 180°C ca. 15 Minuten goldgelb backen
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Kümmel- und Käsestange / Köménymagos és sajtos rúd
      
   ein Leckerbissen zwischendurch - auch in Deutschland bekannt, eher im Süden
  
Rezept 1
Kümmelstange Zutaten: 500 g Mehl, 250 g Margarine, 1 EL Salz, 200 ml Sauerrahm.
 
Für die Glasur und den Belag: 2 Eidotter, Salz, Kümmel, Emmentaler Reibekäse.
  
Zubereitung: Alle Zutaten kneten und mindestens 2 Stunden lang in den Kühlschrank stellen. Danach den Teig mit einem Teigroller 1/2 cm dick auswalken, mit einem gewellten Teigschneider in ca. 2x10 cm Streifen schneiden, auf Backpapier auf einem Backblech verteilen und mit dem Eigelb einzeln bepinseln. Einen Teil mit Salz und Kümmel bestreuen, die andere Hälfte mit Reibekäse. In einem auf 180°C vorgewärmten Backofen ca. 15 Minuten lang backen.
    
    
Rezept 2 - unser Hausrezept
    
Zutaten für 3 Backpfannen: 560 g Mehl, 400 g Butter, 1 Pkg Trockenhefe, 200 ml Milch, 1 TL Salz.
 
Für die Glasur und den Belag: 2 Eidotter, Salz, Kümmel, Sesam, Blaumohn, Emmentaler Reibekäse.
  
Zubereitung: Alle Zutaten kneten und 1/2 Stunde stehen lassen - bei Zeit ca. 2 Stunden lang oder übernacht in den Kühlschrank stellen. Pro Backblech je 1/3 des Teiges auswalken, Streifen schneiden, mit Eidotter bepinseln, mit Salz und Kümmel, Sesam oder ungemahlenem Blaumohn bestreuen. Ca. 15 Minuten bei 180°C backen. Die Backzeit ist ofenabhängig und davon, ob vorgeheizt oder nicht.
    
    
Rezept 3 - Schnellrezept
Kümmelstangen Besonders schnell geht die Zubereitung, wenn man fertigen Blätterteig für den Fall der Fälle im Kühlschrank lagert. Ob selbstgemacht oder aus einem Lebensmittelgeschäft, das ist Ihre Entscheidung. Dabei sind lediglich das Zuschneiden und das Anbringen einer Glasur vor dem Backen erforderlich. Bei Salz-Kümmelstange reicht das Bepinseln mit Wasser, Käsestangen sollte man mit Eigelb überstreichen.
  
Links unser erster Versuch mit Fertigteig aus einem Laden. Einige Stücke sind schief geworden. Damit das nicht passiert, sind die Streifchen breit genug zu schneiden und mit dem Eigelb sollte man alle Stücke einzeln bepinseln. Dabei ist darauf zu achten, dass das Eigelb nicht auf der Seite herunterfließt, ansonsten steigen die Stangen an diesen Stellen weniger hoch.
    
    
   
   
Ungarn-Tourist Team                                                                                                               
   
 
     

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Sie wollen endlich mal ein Gulasch nach Originalrezept in Budapest genießen. Dann nichts wie hin.
Das Essen in Ungarn ist fett und schwer, damit muss man einfach rechnen, wenn man in Ungarn einen Urlaub macht.
Zur ungarischen Küche gehört nun mal das Schmalz. Als Geschmacksträger bringt es die Zwiebeln und den Paprika zur Geltung.
Es ist viel gesünder, als sogenannte Ernährungsberater in Deutschland denken, denn
der Mensch kann die genetisch vorhandene Abwehrkraft gegen den Krebs nur durch fettes Essen und viel Bewegung stärken.
Niemand sagt, dass man viel essen muss!