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NSG Kisbalaton bzw. Kleinbalaton
   
Die Gegend ist reich an Heilbädern und seit 1951 ein einzigartiges Naturschutzgebiet. In Museen und Informationshäusern gewinnt man den ersten Eindruck über das Leben der Anwohner früherer Epochen und vor Ort lernt man Land und Leute dieser Gegend in ihrem Element kennen.

Freizeitbeschäftigung für naturkundliche Reisende:

 

Der grösste Teil des Kleinbalatons ist zu Zwecken des Naturschutzes gesperrt. Allen Besuchern offen stehen die Ausflugszentren auf der Insel Kányavár und in den Ortschaften Vörs und Kápolnáspuszta.

  •   Angelmöglichkeiten gibt es im Mündungsbereich des Zala Flusses (von der Eisenbahnbrücke bis zum Balaton), auf der Insel Kányavár, am östlichen Ufer der vereinigten Kanäle (in Fenékpuszta), an beiden Seiten des Verbindungsweges zwischen Zalavár und Zalaszabar und am Báránder Wasser (Zalaseite). In allen anderen Gebieten des Kleinbalatons ist das Angeln verboten!

  •    Wandern in den Naturschutzgebieten – nur unter fachkundlicher Führung.

    • Besichtigung des Vogelreservats. Unter den über 250 beobachteten Vogelarten gibt es zahlreiche vom Aussterben bedrohte Arten, deren Existenz hier gesichert wird. Das Vogelreservat ist ferner eine Oase für seltene Pflanzen, die nur hier vorkommen. Die auffälligsten Sehenswürdigkeiten sind hier die Reiher, Löffler, Kormorane und Fluss-Seeschwalben.
      Details für Vogelbeobachtung: 

      • In der Nähe von Fenékpuszta an der Landstraße 76 befindet sich ein Informationsgebäude. Für Gruppen und einzelne Gäste werden fachkundige Führungen im Naturschutzgebiet angeboten.

      • Auf der Kányavári-Insel (2 km nördlich von Balatonmagyaród) und der Pap-Insel gibt es Türme zur Vogelbeobachtung.

    • Büffelreservat in Kápolnáspuszta - das in Mitteleuropa einzige Büffelreservat in Kápolnáspuszta liegt zwischen den Ortschaften Zalakomár und Balatonmogyoród, ca. 4 km östlich vom Thermalkurort Zalakaros .

   

Naturschutz am Kleinbalaton

  

VORWORT

Das seit eh und je von seiner Vogelwelt berühmte Sumpfgebiet im Südwestzipfel des Balatons wurde seit 1818 in mehreren Stufen trockengelegt, besonders stark in den 1920er Jahren. Die nachteiligen Folgen der Zivilisation auf Flora und Fauna, vor allem aber auf den Menschen selbst waren gravierend. In den 1960er Jahren begann eine gründliche Vorbereitung zur Renaturalisierung des Sumpfgebietes, die seit den 1980er Jahren in steigendem Maße realisiert wird. Im Jahre 1986 um 15.000 ha erweitert, schuf man im Naturschutzgebiet neue Lebensräume für zahlreiche, in ihrem Existenz bedrohte Arten. Zwei größere Sumpffiltergebiete sichern heute die Existenz einer einzigartigen Flora und Fauna dieses sumpfigen Feuchtbiotops.
     

Trotz aller Bemühungen um den Naturschutz gelingt es Grundstückspekulanten immer wieder auf örtlicher Ebene, den Wasserspiegel des großen Balatons zu senken. Zuletzt Ende 2002, als man die Siele bei Siófok um rd. 100 cm tiefer setzte, weil sich viele Bürger aus Siófok beschwerten, dass ihre Keller allzu feucht seien. Dabei gingen die örtlichen Behörden auf die Forderung neuer Uferbewohner ein, die ihre Grundstücke in den angrenzenden Schilfgebieten zwecks Häuslerbaue Jahr für Jahr in der Stille und Anonymität einer im Winter menschenleeren Landschaft in Richtung Balaton illegal pö à pö erweitern - auch heute noch laufend (Stand: 2011). Die Folge ist verheerend für den Naturschutz. Die größte "Badewanne" Mitteleuropas - der Balaton - entwickelt sich zu einem allmählich austrocknenden Steppensee. Flora und Fauna leiden darunter! ... und auch die jährlich wiederkehrenden Badegäste merken die nachteiligen Wirkungen der laufenden Änderungen. Wo man etwa 300 m entfernt vom Ufer am Silberstrand von Siófok noch im Jahre 2002 überhals schwimmen konnte, reicht das Wasser heute nur noch bis zum Knie eines Erwachsenen. An den Stränden von Fonyód und Balatonlelle, wo man besonders weit in den Balaton marschieren kann, reicht das Wasser heute zwischen Knöchel und Knie dort, wo man früher schon schwimmen musste - ca. 1 km entfernt vom Ufer. Einheimische Sportsfischer, die besonders naturverbunden leben, protestierten, indem sie ihre Angelscheine im Jahre 2003 nicht mehr am Balaton erneuerten - allerdings ohne Echo, weil Naturschutz für viele Ungarn noch ein Fremdwort ist, weil sie nach der politischen Wende noch andere Sorgen haben. Es ist daher kein Wunder, wenn der Naturschutz für manche Politiker in Ungarn ein Dorn im Auge ist.
   

GESCHICHTE

Der Kleinbalaton war einmal ein Teil des Balatons, beide zusammen bildeten einen einzigen, wesentlich größeren See. Römische Schiffe landeten im 4. Jahrhundert in der Nähe von Fenékpuszta. Pribina, ein slawischer Fürst im 9. Jahrhundert, erreichte seine Burg Zalavár auf dem Wasserweg. In Balatonhídvég machten noch im 19. Jahrhundert Dampfschiffe fest.

Das Jahr 1818 markiert den Beginn einer grundlegenden Umwandlung: der Ormander und Simonyer Hain auf der Seite Somogy wurden entwässert. 1835 begann die Trockenlegung des Zala-Tals, 1863 baute man die Sió-Schleuse, der Pegel des Balatons sank um 3 bis 4 Meter. In dieser Zeit vollzog sich die Abtrennung des Kleinbalatons vom heutigen Balaton. 1886 durchstach man die Diás-Inseln und führte den Fluss Zala hindurch. Zu einer weiteren Austrocknung führte die 1926 vollzogene Regulierung des Fluss-Unterlaufs der Zala, die seitdem zwischen Dämmen geleitet unvermittelt in den großen Plattensee mündet. In den 1950er Jahren begann die Meliorierung des unteren Zala-Tals und in den 1970er Jahren starteten dort landwirtschaftliche Produktionsversuche.

Als ursprüngliches Sumpfgebiet blieb nur das Kleinbalaton-Becken erhalten, doch auch hier gab es spürbare Eingriffe in das Natursystem. Die ehemalige Balaton-Bucht erhielt nun ihren Wassernachschub nur noch aus Grundwasser, Niederschläge und Überflutungen. Ein austrocknender, sumpfartiger Lebensraum entwickelte sich mit kräftiger Vegetation und kleinen, offenen Wasserflächen.

Den Verfall der Wasserqualität des gesamten Balatons (erstes sichtbares Zeichen war 1966 die Blaualgenblüte in der Bucht von Keszthely) erkannten die Fachleute in der hohen Nährstoffbelastung der Zala begründet. Fast die Hälfte der nachfliessen den Wassermenge gelangt durch diesen Fluss in den Plattensee. Um diesen Immissionswert zu senken, entwarf man das sog. Kleinbalaton- Schutzsystem, das in zwei Phasen realisiert werden sollte. Der erste Bauabschnitt "Hídveger See" wurde 1985 beendet. Das Originalkonzept sah eine um eine Ordnung erhöhte Wasserreinigung (Makrofitons) vor. Sie wurde aufgrund der praktischen Erfah rungen und Untersuchungen durch ein Modell abgelöst, das sich auf die Reinigungswirkung von Algen stützt. Das Schutztsystem befindet sich derzeit in der zweiten Ausbauphase des Feneker-Sees. Dabei wird ein neuer Weg für die Harmonisierung der Forderungen des Gewässerschutzes eingeschlagen und gleichzeitig den gegensätzlichen Interessen des Naturschutzes gerecht zu werden.
   

Wasserspiegel und Gewässerqualität

Der größte unter den zahlreichen kleinen Zuflüssen des Balatons ist der Fluß Zala, der bis zum Ende des 18. Jahrhunderts aus dem österreichischen Grenzgebiet kommend in der unteren Zala-Niederung - im heutigen Kleinbalaton - kein eigenes Flußbett mehr bildete, sondern buchstäblich im Sumpf verschwand.

Der Wasserspiegel des Balatons wurde seit Anfang des 19. Jahrhunderts mehrmals gesenkt, Wassermühlen gaben ihren Betrieb zwangsweise auf. In 1822 wurde die Mühle von Fok, in 1847 die von Kiliti und in 1863 die von Ozora abgerissen. Zu dieser Zeit wurde im Osten die Sió-Schleuse mit dem Zweck erbaut, den Wasserspiegel zu verringern. Der Pegel des Balatons wurde um 3 m verringert. Das Areal des Sumpfgebietes im Kleinbalaton ist auf die Hälfte zurückgegangen, viele der herumliegenden Sümpfe trockneten aus und wurden teilweise besiedelt. Eine dieser Siedlungen ist die Ortschaft Balatonfenyves. Der Fluß Zala bildet seitdem ein Flußbett bis zu seiner Mündung in den Balaton.

Die ausgetrockneten Sümpfe haben ihre Gewässerschutzfunktion gleichzeitig mit der fortschreitenden Zivilisation aufgegeben, es gelang immer mehr ungereinigtes Abwasser in den Balaton. Die unerwünschte Veränderung der Wasserqualität war in der Bucht von Keszthely am auffälligsten.

   

Planungsarbeiten zur Verbesserung der Gewässerqualität

Es begann eine umfassende Forschungs- und Planungsarbeit, um die Ursachen aufzudecken. In 1976 wurde ein Studienplan des Schutzsystems angefertigt. Der Aufbau dieses Systems wurde in zwei technisch trennbare Phasen geteilt. Die erste Phase der Arbeiten wurde zwischen 1981 und 1985 durchgeführt. In Kontrollarbeiten wurde während einer 10 jährigen Zeitraum festgestellt, dass die Erwartungen wesentlich übertroffen wurden.

1984 begann die zweite Phase der Bauarbeiten, aber aus finanziellen Gründen verzögert sich die Ausführung der Pläne bis heute. Eine gewisse Erleichterung schuf man mit der Einschaltung eines vorübergehend überfluteten Gebietes des Kleinbalatons, womit die nährstoffrückhaltende Wirkung des Systems gesteigert wird.

Die oben erwähnten Fakten machen die Ausführung der zweiten Phase der Planungsarbeiten zur Verbesserung der Gewässerqualität des gesamten Balatons dringend notwendig - Politiker sind gefragt!

   

DIE GESCHICHTE DES NATURSCHUTZES

Die Naturwerten der Sumpfwelt - in erster Linie die spektakulären Reiherkolonien - haben bereits im 19. Jahrhundert das Interesse der Ornithologen geweckt. 1886 veröffentliche Prof. Gábor Szikla einen fachwissenschaftlichen Bericht über die Siedlungen. Unter Leitung von Otto Hermann und Sándor Lovassy beschäftigte sich der 2. Internationale Ornithologie-Kongress im Jahre 1981 in Budapest mit diesem Wasservogel-Eldorado. Von 1906 an führte Jakab Schenk vogelkundliche Forschungen am Kleinbalaton durch. Als Zusammenfassung erschien 1918 seine Arbeit über "Die einstigen und gegenwärtigen Nistplätze der Reiher in Ungarn". Unter dem Einfluss dieses Essays, über den Untergang der Kolonien, organisierten niederländische Vogelschützer eine öffentliche Sammlung zur Rettung des Brutgebiets.

Eine ungarische Bewegung unter der Führung von Kálmán Varga schloss sich an. Die öffentliche Bedeutung dieses Themas mag man daraus folgern, dass eine Reihe heimatlicher Spender durch den Staatspräsidenten Miklós Horthy eröffnet wurde. Aus diesen Spenden konnte 1922 ein Naturschutzwächter - der erste in Ungarn - als "Reiherwächter" eingestellt werden. Der Fischermeister József Gulyás aus Vörs wurde mit der Aufgabe betraut.

1930 baute man den ersten Vogelbeobachtungsturm. 1940 wurden die Grenzen des geplanten Vogelreservats durch Kálmán Varga und Miksa Földváry, Präsident des Landesnaturschutzamtes festgelegt. Am Widerspruch der größten Landeigentümer, der Abtei von Zalavár und der Herrschaft Festetics scheiterte das Vorhaben. Es kam zu keiner gesetzlichen Regelung. Nach dem zweiten Weltkrieg und der darauffolgenden Verstaatlichung erhielt das Vogelkundeinstitut den staatlichen Auftrag zur Überwachung des Kleinbalatons. 1951 wurde eine Fläche von ca. 1400 ha (2.437 kh) offiziell unter Schutz gestellt. Die vogelkundliche Forschung ruhte in dieser Zeit. Film, Fotografie und Literatur mit den Werken von István Homoki-Nagy, Zoltán Tildy und István Fekete nahmen sich des Themas an. Erst mit der Arbeit von dr. András Keve (1975-76) über die Vogelwelt des Kleinbalatons begann wieder die wissenschaftliche Forschung.

Anfang der 1980er Jahre begannen die Arbeiten am Kleinbalaton-Schutzsystem. Aus dem einst entwässerten, dann landwirtschaftlich genutzten Gebiet entstand der heutige Hidveger See. Die zunehmende Bedeutung des Naturschutzes und die Vergrößerung des Feuchtgebietes ließen die geschützte Fläche des Gebietes auf 14.745 ha anwachsen. Der internationale Rang dieses "Wetlands" wurde durch die Aufnahme in die Wildwässer-Liste des Ramsauer Pakts dokumentiert. Die höchste Naturschutz-Einstufung folgte 1997: Das Gebiet wird Teil des Balaton-Hochländischen Nationalparks. Damit erhalten folgende Ziele höchste Priorität: Schutz des pflanzen- und tierkundlichen Werte, der biologischen Vielfalt und der ungestörten Tätigkeit des Natursystems. Aufgrund seiner hohen Bio-Diversität und seines Arten- und Individuenreichtums verdient das Feuchtgebiet Kleinbalaton diesen Schutz. Darüber hinaus bildet es einen wichtigen ökologischen Baustein im Netz der ungarischen (und europäischen) Natur-Lebensräume.

   

   

Naturwerte

   

Wälder

In den Hart- und Weichholzauen bilden die Weiden (Salicatea purpurea), die Eschen (Cariceto remotae Fraxinetum), die Eschen und Erlen (Faxineto panonicae-Alnetum), sowie die Eichen-Eschen und Ulmen (Querco-Ulmetum) charakteristische Waldgesellschaften. Ältere Baumbestände finden sich nur noch vereinzelt. Der typische Baum dieses Raumes ist die Schwarzerle (Alnus glutinosa), im örtlichen Sprachgebrauch auch "Hainbaum" genannt. Die Schutzstreifen der Seen sind mit Pappeln (Populus) und Weiden (Salix) bestanden.

Von den Krautpflanzen kommen das Grosse Zweiblatt (Listera ovata), das Schwertblättrige Waldvöglein (Cephalenthera longifolia), die Schaftlose Primel (Primula vulgaris), die Frühligs-Knotenblume (Leucojum vernum), die Nestwurz (Neottia nidus-avis) und die Schmerwurz (Tamus communis) vor. In den Kronen der alten Bäume baut der Seeadler (Haliaeetus albicilla) seine riesigen Horste. Die Ansiedlung dieses verstärkt geschützten Greife wird durch Kunstnester und Winterfütterung gefördert. Auf den Inseln und in Baumhöhlen der Valdränder halten sich Fledermäuse auf. Am häufigsten findet man die Rauhhautfledermaus (Pipistrellus nathus) und die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus).

       
     

WasserbüffelWiesen und Weiden

Von besonderem ökologischen Wert sind die Sumpfwiesen, die austrocknenden Moorwiesen und Trockenrasen-Inseln, aber auch die Mähwiesen und Randbiotope. Eine sinnvolle Möglichkeit, diese Offendlandflächen vor Verbuschung zu erhalten, ist die extensive Beweidung. Der Naturschutz besinnt sich dabei auf alte Haustierrassen wie das Ungarische Graurind (Bos taurus primigenies podolicus) und den auspruchslosen Wasserbüffel ( Bos bubalus domesticus), die diesen unterschiedlichen Lebensräumen optimal angepasst sind.

Eine der seltenen Wiesenpflanzen ist die Spinnen-Ragwurz (Ophrys sphegodes). Zahlreiche geschützte Knabenkrautgewächse kommen hier vor: das Kleine Knabenkraut (Orchis morio), das Fleischrote Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata), das Sumpf Knabenkraut (Orchis laxiflora susp. palustris), das Wanzen Knabenkraut (Orchis coriophora) und das Helm Knabenkraut (Orchis militaris) sind nur einige Beispiele. Daneben findet man auf Wiesen und an Waldrändern die Hundswurz (Anacamptis pyramidalis), dem Herbst-Schraubenständer (Spiranthes spiralis) und den Echten Sumpfwurz (Epipactis palustris).

Auf den Trockenrasen blüht die Kleine Traubenhyazinthe (Muscari botryoides) und an einigen Stellen die Bunte Schwertlilie (Iris variegata). Im Winter suchen die sonst feuchtigkeitsliebenden Kammolche (Triturus cristatus) und Teichmolche (Triturus vulgaris) die Rasenflächen auf. Von den Amphibien kommen die Knoblauchkröte (Pelobates fuscus), die Erdkröte (Bufo bufo) und die Wechselkröte (Bufo viridis) vor.

Seltene Brutvögel dieses Gebietes sind die Wiesenweihe (Circus pygargus) und die Wiesenralle (Crex crex). In den Feuchtwiesen nistet der Rotschenkel (Tringa totanus) und auf den trockeneren freien Flächen hört man regelmäßig  den Wachtelruf (Coturnix coturnix). Der Wiedehopf (Upupa epops) ist hier auch anzutreffen. Er bewohnt die hohlen Weiden am Rande der Wiesen. Unter der Nagetieren sind zwei Arten erwähnenswert: die Nordische Wühlmaus (Microtus oeconomus) und die Erdmaus (Microtus agrestis). Beide sind Relikte aus der letzten Eiszeit.

   

WASSERLEBENSRÄUME

In der Abwechslung liegt der besondere Wert des Gebietes. Am- und im Wasser haben sich Lebensgemeinschaften gebildet, die in Ungarn nur sehr selten zu finden sind. So lassen sich auf der 5.400 ha großen Fläche des Feneker Sees allein 150 cönotaxonisch beschreibbare Pflanzenarten nachweisen. Besondere Bedeutung kommt der in Mitteleuropa einzigartigen Sumpfvegetation (Phragmitetea) zu. Mit etwa 2.200 ha nehmen dabei die Röhrichte (Scripo-Phragmitetum) ein. Es folgen die Großseggen (Magnocarition) mit 1.500 ha und die Laichkrautvegetation der zahlreichen Kanäle. Auch der Hidveger See weist mit ca. 50 Arten eine noch beachtenswerte Vielfalt auf. Zum Großteil ist hier die Wasser-Sumpf-Vegetation infolge der Überflutung zum Stillstand gekommen. In diesem Bereich des Kleinbalatons dominieren die offenen Wasserflächen.
   

UferseggeGroßseggen Vegetation


Bultensegge
Die Großsegge ist die augenfälligste Pflanze der wassergebundenen Pflanzengesellschaften. Fast alle Übergänge zwischen den Bultenseggen und den Grossegen sind nachweisbar. Die Hauptpflanzen sind die Bultensegge (Carex elata / Bild links) und Ufersegge (Carex riparia / Bild rechts). Beide Arten bilden ausgedehnte Vorkommen.

WasserschwertlilieDie tieferen Teile zwischen den Bulten ist besonders erwähnenswert, weil sich hier Großseggen- und Laickkrautvegetation miteinander vermischen. Das Großseggen-Gebiet ist der bevorzugte Lebensraum von Moorfrosch (Rana arvalis) und Rotbauchunke (Bombina bombina). Von den Singvogelarten trifft man häufig auf den Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus), den Rohrschwirl (Locustella luscinioides) und die Rohrammer (Emberiza schoeniclus). Hier befinden sich auch die Brutplätze der besonders geschützten Moorente (Aythya niroca).

Häufig leuchten die gelben Blüten der Wasserschwertlilie (Iris pseudacorus / Bild links) aus dem Blättermeer. Farbtupfer setzen auch die blau aufbrechenden Wiesen-Platterbsen (Lathyrus palustris) und der Große Hahnenfuss (Ranunculus lingua). Daneben findet man den Kalmus (Acorus calamus) und den in Schwimm-Mooren beheimateten Sumpffarn (Thelypteris palustris) in den Flachwasserzonen.

Rohrkolben   
Röhrichte

Der Kleinbalaton ist eines der größten Röhrichtgebiete Mitteleuropas. Sein besonderer ökologischer Wert liegt in der mosaikartigen Struktur begründet. Langezeit ungestört geriet das unzugängliche Schilfmeer erst im 19. Jahrhundert durch seine "Reiherdörfer" in den Blickpunkt der interessierten Fachwelt.

LöfflerSilberreiherDer Silberreiher (Casmerodius albus / Bild rechts) ist hier ein häufiger Zugvogel aus Südost-Europa, der in Deutschland nicht vorkommt.

Auch heute noch brüten hier der verstärkt geschützte Seidenreiher (Egretta garzetta), der Löffler (Platalea leucorodia / Bild links), der Rallenreiher (Ardeola ralloides), der Fischreiher (Ardea cinerea), der Purpurreiher (Ardea purpurea), der Nachtreiher (Nycticorax nycticorax), die Zwergrohrdommel (Ixobrynchus minutus / Bild rechts unten) und die Rohrdommel (Botaurus stellaris / Bild links unten).

RohrdommelZwergrohrdommelAus dem Konzert der Singvögel lassen sich die Stimmen von Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus), Rohrschwirl (Locustella luscinioides), Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus), Tamariskensänger (Lusciniole melanopogon), und Bartmeise (Panurus biarmicus) heraushören.

In den kleinen Offenwasserbereichen sind massenweise Entenvögel zu beobachten, alle Entenarten Ungars finden hier geeignete Brutplätze. Bedeutende Nistbestände bilden die Moorente (Aythya nyroca) und die Graugans (Anser anser).

KANÄLE UND UFER

Das langsam fließende, an einigen Stellen verschlammte Wasser der Kanäle und Gräben schafft ideale Voraussetzungen für die Ausbreitung einer Laichkrautvegetation. Dem Betrachter werden wohl zuerst die weißen Sterne der Seerose (Nymphaea alba) auffallen. Die Gräben entlang kommt der giftige Wasserschilf Sumpf-Brennessel (Urtica kioviensis), und Kalmus (Aco rus ling (Cicuta virosa). calamus) sind ebenfalls auffällige Bewohner der Uferbereiche. Die kleinstblütigste Pflanze der Welt, die Zwergwasserlinse (Wolffia arrhiza) lebt hier zwischen den Wasserlinsendecken (Lemnaceae). In den schmalen Sumpfkanälen ist der Hun (Umbra krameri) zu Hause, der früher zur Fütterung von Hausschwein und Ente frisch gefangen wurde.

Den wechselnden Lebensbedingungen dieses Lebensraumes hat sich der Schlammpeizger (Misgurnus fossilis) auf einzigartige Weise angepasst: Sein von vielen Adern durchwobener Nachdarm macht die Aufnahme atmosphärischen Sauerstoffs möglich. Früher zählte diese Fischart zu den wichtigsten Fastengerichten und die Schlammpeizger-Fischerei war ein blühendes Geschäft. Unter den Reptilien kommen regelmässig die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicuor. ris), die Ringelnatter (Natrix natrix), und die Würfelnatter (Natrix tesselata) vor. In den Uferweiden baut die Beutelmeise (Remiz pendulinus) ihre freihängend Nester.

   

OFFENE GEWÄSSER

Während der Feneker See überwiegend von Vegetation bedeckt ist, dominieren  am Hidveger See die offenen Wasserflächen und die Laichkraut-Pflanzengesellschaften. Den Überflutungen folgend, eroberte der Wasserknöterich (Polygon amphibium) große Gebiete. Dieser Bestand hat sich aber jetzt zurückgebildet.

Bemerkenswert sind zwei Laichkrautarten, die Wassernuss (Trapa natans) deren Frucht nach Kastanien schmeckt, und deshalb gesammelt wird und der Gemeine Wasserschlauch (Utricularia vulgaris), der zu den Insektenfängern gehört. Im nährstoffreichen Wasser gedeiht die Krebsschere (Stratoides alloides). Sie bedeckt stellenweise große Wasserflächen und sichert die Lebensbedingungen einer Libellenart, den Grünen Mosaikjungfer (Aeschna viridis), deren Vermehrung von der Existenz dieser Pflanze abhängt. Die Larven von mehr als 30 Mücken entwickeln sich in den Wässern und bieten eine sichere Nahrungsgrundlage für viele Arten, darunter auch den Wasserfrosch (Rana esculenta).

Von den etwa 30 nachgewiesenen Fischarten stellt der bedeutende Bestand der Karpfen (Gyrunus carpio morpha hungaricus), eine echte Besonderheit dar. Fische bilden die Hauptnahrung der sehr seltenen Otters (Lutra lutra), der sich diesem Lebensraum optimal angepasst hat.

   

KormoranVogelwelt und Vogelschutz

Grosse Fischfresser sind auch die Kormorane (Phalacrocorax carbo / Bild rechts). Ihre Nistkolonien mit insgesamt mehr als 900 Brutpaaren sind schon von fern an den im Wasser stehenden, abgestorbenen Weiden erkennbar. Man schätzt den täglichen Fischkonsum dieser geschickten Jäger auf 1,5 Tonnen. Auch die Weißbartseeschwalben (Chlidonias hybrida) bilden Siedlungen. Sie bestehen aus vielen, auf dem Wasser schwimmenden Nesten. Die Fluss-Seeschwalben (Sterna hirundo) benötigen flache, vegetationsfreie Inseln zum Brüten. Oft siedeln sie zusammen mit Lachmöwen (Larus ridibundus), seltener mit ihren Verwandten, den Schwarzkopfmöwen (Larus melanocephalus).

Der Nationalpark und die Stiftung "Értékeinkért" organisieren regelmässige Aktionen für die Erhaltung der Nistplätze. Sie sind die drittgrößten ihrer Art in ganz Ungarn. Das Ziel der Arbeiten ist die langfristige Sicherung der Inseln als Brutplätze. Aufwachsende Kraut- und Strauchvegetation wurden entfernt und die Uferböschungen mit Weidengeflecht und Basaltsteinen vor Wellenschlag geschützt. Während des Herbstzuges auf dem offenen Wasser und im Winter auf dem zugefrorenen See lassen sich bis zu 50.000 Wildgänse beobachten. Tagsüber lassen sich zu allen Jahreszeiten viele futtersuchenden Enten, darunter einige seltene Gäste beobachten.

   

   
   
Ungarn-Tourist Team                                                                                                              zurück 
   
    

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